A44

Vom Traum zum Albtraum

Alle Einwohner Helsas werden Zeuge der Entstehung eines alten „Traums“: Der Bau der A44.  Egal welche Haltung man gegenüber diesem Projekt vertritt, die Einschnitte und Auswirkungen sind unübersehbar.

 

Die Grüne Liste Helsa hat von Beginn an dieses Projekt als Ausdruck einer überkommenen Verkehrspolitik abgelehnt. Die Motivationen der Befürworter der A44 sind durchaus unterschiedlich. Für die einen Regionalautobahn und Jobmotor, ist diese für andere wichtige deutsche oder internationale Verkehrsader. Andere verknüpfen mit dem Bau die Hoffnung der Entlastung vom Durchgangsverkehr.

 

Die A44 blickt auf eine Historie zurück, die bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts reicht. Die Motivationen waren damals sicherlich auch ganz andere, als heute. Die im Bau begriffene Autobahn soll nun allerdings einem anderen Verlauf als ursprünglich einmal geplant folgen. Die Gründe auch hierfür sind vielfältig.

 

Viele sind dafür, keiner vor seiner eigenen Tür

Von Beginn der neueren Planung hat es Widerstände gegeben. Und so wird auch die jetzt favorisierte Lösung von den einen begrüßt, den anderen jedoch bitter bekämpft.

 

Die Grüne Liste Helsa ist der Ansicht, das mit weniger massiven Baumaßnahmen und Ortsumgehungen das selbe Ziel mit geringeren Eingriffen für die Natur hätte erreicht werden können.

 

Kampf der GLH für eine offene Informationspolitik

Inzwischen stellt sich aus helsaer Sicht diese Frage nicht mehr, weil wir bald vor vollendeten Tatsachen stehen. Für die Grüne Liste Helsa bedeutet das nicht Resignation, sondern bemühen um Schadensbegrenzung. So haben wir mit Anträgen versucht den Bürgern einen Einblick in den Umgang mit den Giften, die aus der ehemaligen Munitionsfabrik Hirschhagen stammen, zu ermöglichen. Inzwischen hat Hessen Mobil sich bereit erklärt, Daten der Laboranalysen der Bodenproben und des Grundwassers bereitzustellen. Allerdings sind diese Daten nicht der Allgemeinheit zugänglich! Hessen Mobil, unser Bürgermeister Tilo Küthe und die Fraktion der SPD in der Gemeindevertretung verweigern eine Veröffentlichung mit fadenscheiniger Begründung. Der letzte Antrag der Grünen Liste Helsa vom 17.12.2015, der einen Offenlegung der Daten für die Allgemeinheit zum Ziel hat, wurde zunächst in den Planungs- und Bauausschuss verschoben. Im Ausschuss hat dann der Vorsitzende eine Abstimmung abgelehnt, was einen Verstoß gegen die Hessische Gemeindeordnung darstellt. (Zur Zeit liegt eine Beschwerde der Grünen Liste Helsa bei der Kommunalaufsicht  vor!).

 

Die Grüne Liste Helsa vertritt die Ansicht, dass zur wirksamen Kontrolle der Vorgänge alle Informationen der Öffentlichkeit frei zugänglich sein müssen.

 

Erhalt der B7

Lange geisterte das Schreckgespenst durch die Presse, wonach das Bundesverkehrsministerium einen Rückbau der B7 im Abschnitt zwischen Oberkaufungen und Helsa vorsieht. Dies hätte im Fall der  Sperrung der A44 oder bei Staus eine deutliche Mehrbelastungen für die Menschen in Kaufungen und Helsa bedeutet. Ein zeitweiliges Erliegen des Verkehrs mit entsprechenden Folgen für die Einwohner von Helsa und Kaufungen wurde befürchtet.

 

Ein Aufschrei der Empörung durch die Bürgermeister der betroffen Kommunen und der Landes- und Bundespolitiker ging durch die Presse. Es handelte sich durchweg um Vertreter jener Parteien, die an anderer Stelle vehement für den Bau der A44 eintreten. Die Reaktionen der SPD-Politiker zeigen das Bild des Zauberlehrlings, der die Geister, die er rief, nicht mehr los wird.

 

Die Lösung der Umleitungsproblematik

In dem Mediationsverfahren des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft und Verkehr wurde gebetsmühlenhaft die Forderung nach Erhalt der B7 wiederholt. Tragfähige Lösungsvorschläge wurden allerdings nicht unterbreitet.

 

Erst der Vorschlag von Rainer Dallmann (GLH) bei der Sitzung der Arbeitsgruppe 4 am 12.2.2015 brachte Fortschritte. Dieser warf die Frage auf, ob nicht statt dem Wegfall der B7 die Kreisstraße 7 entfallen könne. Dieser Vorschlag erhielt allgemeine Zustimmung in der Arbeitsgruppe. Von Seiten des Ministeriums wurde Hessen Mobil ein Prüfauftrag erteilt. In der Sitzung der Arbeitsgruppe 4 am 11.5.2015 stellte Hessen Mobil das Ergebnis des Prüfauftrages vor. Hiernach würde die Umsetzung des Vorschlages zwar Mehrkosten verursachen, diese wären jedoch aller Voraussicht vertretbar und könnten um Teil mit Kosteneinsparungen an anderer StelIe verrechnet werden. Der unvermeidbare zusätzliche Flächenbedarf wäre vertretbar. Insgesamt brächte der Vorschlag durchaus Vorteile, auch aus Sicht des Schutzes der Fauna. Das verkehrsplanerische Gutachten am 12.2.2016, was die verkehrstechnische Auswirkung der verschiedenen Varianten gegenüber stellte, kam ebenfalls zu dem Schluss, dass die Ortschaften Helsa und Kaufungen durch einen Rückbau der K7 profitieren würden. Inzwischen geht die Mehrheit der Mitglieder der Lenkungsgruppe und der Arbeitsgruppen davon aus, dass der Vorschlag die K7 zurückzubauen und dafür die B7, nun allerdings als K7, zu erhalten, umgesetzt werden wird.

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